Das Team HPI Schul-Cloud auf dem „Forum Bildung Digitalisierung 2018“ in Berlin

Am  15. und 16. November 2018 fand in Berlin das 2. „Forum Bildung  Digitalisierung“ statt. Auf dieser wegweisenden Konferenz diskutierten über 600 schulische und außerschulische Akteure, tauschten sich über neue Entwicklungen aus und arbeiteten daran, schulische Bildung enger mit Entwicklungen der digitalen Welt zu verzahnen. Wir (Sigrid, Konstantin und Rasmus vom Team HPI Schul-Cloud) waren mit vor Ort und stellten in unserem Workshop die Frage: „Was muss eigentlich eine Cloud  für Schulen können?“

Aber weshalb einen Workshop machen, wenn es  die HPI Schul-Cloud schon gibt und die Lehrer*innen unserer MINT-EC-Pilotschulen uns beständig Feedback geben? Wir hofften, die uns bekannten Anforderungen mit Schulen abzugleichen, die andere Ausrichtungsprofile haben und auch außerschulische Bildungsakteure stark mit einzubeziehen. Mehr als 35 Personen diskutierten miteinander und mit uns in einer spannend gemischten Runde. An der Debatte beteiligten  sich ein Drittel Lehrkräfte sowie  Autor*innen von Lernmaterialien,  Bildungswissenschaftler*innen, Lernsoftwareexpert*innen, OER-Enthusiast*innen und Stiftungsmitarbeiter*innen. In drei Gruppen  wurden Ergebnisse zu folgenden Fragestellungen bearbeitet:

Welche besonderen Anforderungen an digitale Lösungen im pädagogischen Alltag gibt es?

Arbeitsergebnisse I

Datenschutz,  Datensicherheit und einfache Nutzbarkeit wurden schnell als Hauptthemen  identifiziert. Cloud-Lösungen müssen einen schnell erreichbaren Support haben. Sie sollten so leicht nutzbar sein wie „Strom aus der  Steckdose“. Damit einher geht auch ein Bedürfnis, innerhalb einer Cloud-Lösung kommunizieren zu können, und zwar nicht nur Lehrkräfte oder Schüler*innen untereinander, sondern auch miteinander: Einbezogen werden müssen dabei ebenfalls Schulträger, Eltern und andere Zusammenarbeitspartner!

Für welche Bedarfe in Unterricht und Schulalltag ist digitale Unterstützung dringend notwendig?

Arbeitsergebnisse II

Die  zweite Gruppe war sich bei den Top-Themen einig: Zusammenarbeit und  Materialien sind die wichtigsten Bereiche des Unterrichts und im Schulalltag, die Unterstützung durch eine Cloud bekommen müssten. Viel wurde über kollaboratives Arbeiten unter Kolleg*innen gesprochen, etwa beim Austausch von Unterrichtseinheiten oder Arbeitsblättern, aber auch, um Schüler*innen an kooperative Arbeitsweisen heranzuführen. Hierzu sind digitale Tools und Inhalte unbedingt erforderlich. Bei Materialpools wünscht sich die Gruppe eine Filterfunktion, die nach Curriculum und Bundesland sortieren kann.

Ebenfalls sollten Feedback-Instrumente eingebunden werden, die die Arbeit im Klassen- oder Team-Verbund verbessern können. Zum leichten Zugang gehört für die Gruppe auch, dass an einem Ort gelernt werden kann und nicht zwischen  unterschiedlichen Lernumgebungen gewechselt werden muss. Aber: Kooperatives Lernen sollte immer auch sinnvoll mit individualisierten Angeboten verbunden sein.

Verbesserungen und Ergänzungen von bestehenden Lösungen?

Arbeitsergebnisse III

Den Blick in die Zukunft gerichtet, entwickelte sich unter dem Motto „Lernen, wie man lernt“ folgender Wunschzettel:

Eine Cloud-Lösung muss ein einfaches, altersgemäßes, aber auch zeitgemäßes User Interface besitzen, damit sie leicht bedient werden kann.

Um  Schüler*innen sinnvoll einzubeziehen, müssen sie im Unterricht die Rolle als aktive Mitgestalter*innen bekommen. Es muss individuelle Lernräume  für die Schüler*innen geben, die unabhängig von der realen Welt betreten werden können. Damit der Bezug zur echten Welt nicht verloren geht, braucht eine Cloud eine große Vielfalt an Tools und Inhalten, aus der die Nutzer*innen unabhängig von ihrer Rolle wählen können.

Nicht  gewollt sind Dinge wie Unübersichtlichkeit, Überfrachtung, fehlende  Prüfungsrelevanz der Inhalte, zu viele Passwörter oder eine unpersönliche Oberfläche.

Gerade, wenn Schulen eine neue Lösung wie die Schul-Cloud implementieren, zieht dies oft fundamentale Änderungen im Schulalltag nach sich. Wichtig ist deswegen auch, dass  Angebote langfristig verfügbar sind und weiterentwickelt werden.

Was haben wir mitgenommen?

Nach  der Vorstellung der Gruppenergebnisse diskutierten wir einzelne Aspekte der HPI Schul-Cloud. Gefragt wurde hier besonders nach dem Mehrwert gegenüber bestehenden, schon „fertigen“ Lösungen für Schulen. An oberster Stelle steht für uns, dass wir von Anfang an „aus Schulen, mit  Schulen, für Schulen“ entwickeln, so nah wie nur möglich an der Zielgruppe.

Digitalisierung bedeutet mittlerweile Vernetzung von unterschiedlichsten Aspekten oder Gegenständen. Deswegen ist uns wichtig, diese Entwicklung auch an die Schulen zu bringen: Wir venetzen sie miteinander. So können wir das kollaborative Arbeiten und den  kollegialen Austausch fördern. In unterschiedlichen Arbeitsgruppen und Netzwerkveranstaltungen lernen sich Lehrer*innen über Bundesland- und  Schulformgrenzen hinweg kennen und tauschen Erfahrungen aus. Schulentwicklung passiert damit nicht mehr punktuell, sondern wird mehr  und mehr gemeinsam praxisnah gestaltet.

Mit unserem LernStore ermöglichen wir schon jetzt den Zugriff auf über eine Million Lern- und Lehrinhalte von unterschiedlichen Kooperationspartnern. Dieser Pool wird weiter wachsen. Damit aber nicht genug: Den schul- und  länderübergreifenden Austausch von Materialien möchten wir noch stärker  fördern. Spannende Neuerungen sind bereits in Arbeit.

Wir haben uns sehr gefreut, mit euch und Ihnen zusammen arbeiten zu können und sind gespannt auf weiteren Austausch!

Hinweise der Redaktion
Bildnachweis Titelbild: HPI/K. Kaiser