Bundesweit connecten konnten Schüler:innen und Lehrkräfte sich beim ersten MINT-EC-Digitalforum am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC). Die Teilnehmenden lernten gemeinsam digitale Berufsfelder kennen, probierten neue Methoden zum Teamworking aus und entwarfen kreative Prototypen für die HPI Schul-Cloud.

„Ich bin eigentlich nicht so der Fan vom Programmieren. Ich habe da ehrlich gesagt nicht so viel Ahnung.“ Anna hatte eigentlich keine große Erwartungen, als sie zum MDC nach Berlin-Buch fuhr. Am Ende ist sie überzeugt: „Vielleicht ist Programmieren doch nicht so langweilig, wie ich es mir vorgestellt habe. Man versteht hier eigentlich alles.“

Auch Julius hat wie Anne beim MINT-EC-Digitalforum am MDC Protoypen für die HPI Schul-Cloud entworfen und dabei zum Beispiel die kreative Methode Design Thinking kennengelernt und für sich entdeckt: „Ich fand die Brainstorming-Methoden aus dem Design Thinking interessant. Die werde ich bestimmt mal zu Hause ausprobieren.“

Für den Alltag gewappnet

Anna und Julius sind zwei von über 250 Schüler:innen und rund 60 Lehrkräften aus dem nationalen Excellence-Schulnetzwerk MINT-EC für Schulen, die eins gemeinsam haben: Sie wollen sich in einer Welt, in der Digitalisierung selbstverständlich ist, für ihren Alltag in Schule und Karriere wappnen.

Welche Rolle spielt die Bioinformatik in der Krebsforschung? Welche künstliche Intelligenz steht hinter autonomen Fahrsystemen und Gesichtserkennung? Was kann man im digitalen Bereich studieren? Und warum ist kein Softwaresystem fehlerfrei? Die Teilnehmenden konnten zwischen insgesamt 26 Workshops und fünf Fachvorträgen zu unterschiedlichen Themen wählen. Verschiedene Anbieter stellten außerdem Berufsmöglichkeiten in digitalen Feldern auf dem Bildungsmarkt vor. Zu Gast waren neben den Referent:innen auch Vertreter der Veranstaltungsförderer: Dr. Oliver Daumke (Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft) und Dr. Stefan Luther (Bundesministerium für Bildung und Forschung). Zudem war auch die Staatssekretärin für Bildung Beate Stoffers vor Ort.

Zucker-Clouds und digitale Erlebniswelten

Clouds in Form von Zuckerwatte gab es beim Bildungsmarkt zur Stärkung am Stand der HPI Schul-Cloud, an dem auch ein neues Erkundungsspiel getestet werden konnte. Und natürlich gab es an vielen weiteren Ständen umfangreiche Informationen zu Studiengängen und Berufsfeldern im digitalen Bereich. Mit VR-Brillen tauchten die Schüler:innen zum Beispiel in Erlebniswelten ein oder lauschten den Studienempfehlungen der MINT-EC-Alumni.

Ausgezeichnete Erklärvideos

Ein MINT-Thema im Team spannend und unterhaltsam in Form eines englischsprachigen Videos darzustellen, darum geht es im MINT-EC SchoolSlam mit British Council. Während des Digitalforums stimmte das Publikum über das beste von drei vorausgewählten Videos ab. Schüler:innen von der German International School in Washington D.C. überzeugten mit ihrem Video „Healthy Lifestyle- the science of having a balanced diet and exercising” am meisten. In ihrem Beitrag widmen sich die Schüler:innen den gesundheitlichen Folgen der Essgewohnheiten von US-amerikanischen Kindern und Jugendlichen, von denen sich laut wissenschaftlichen Studien nur 2 % gesund ernähren.

Die Chemie stimmt

Über 1.800 Schüler:innen von Schulen des Schulnetzwerks MINT-EC nahmen 2019 am Internationalen Chemiewettbewerb des Royal Australian Chemical Institute (RACI) teil. Bereits zum neunten Mal haben sie Deutschland exklusiv in dem Wettbewerb vertreten. Und wieder sehr erfolgreich: Sechs Schüler:innen aus Cottbus, Magdeburg und Dresden lösten alle 60 Aufgaben in der Multiple-Choice-Klausur richtig und erzielten die volle Punktzahl. Sie wurden während des Digitalforums gekürt.

Bundesweite Connections

Auf MINT-EC-Veranstaltungen kommen jedes Jahr Schüler:innen und Lehrkräfte aus ganz Deutschland zusammen. Und wer weiß? Vielleicht sehen sich die Teilnehmenden des Digitalforums schon bald im MINT-Studium oder in der Ausbildung wieder? Anna rät ihren Mitschüler:innen: „Wenn du die Möglichkeit hast, an so einer Veranstaltung teilzunehmen, dann würde ich das auf jeden Fall machen, auch wenn das nicht unbedingt dein Themengebiet ist, weil du immer offen für neue Dinge sein solltest.“

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Fotos: Benjamin Kühne, Kira Kötter