#digitale Bildung

Als Bundestagsabgeordnete der SPD vertritt Saskia Esken seit 2013 den Wahlkreis Calw/Freudenstadt (Baden-Württemberg). Die staatlich geprüfte Informatikerin und Mutter von drei erwachsenen Kindern setzte sich bisher in den Ausschüssen Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung sowie Digitale Agenda (besteht seit 2014) für folgende Schwerpunkte ein: *

  • Wie kann der digitale Wandel gelingen? (Stichwort: Politische Gestaltungsaufgabe)
  • Wie kann der gleichberechtigte Zugang zu den Chancen des digitalen Wandels gewährleistet werden? (Stichworte: Teilhabe aller Menschen, digitale Souveränität, Bildungsgerechtigkeit unabhängig von Einkommen und Bildungsstand)
  • Wie können Kinder und Jugendliche befähigt werden, die Herausforderungen zu bewältigen? (Stichworte: Kompetenzen für den digitalen Wandel, wie Neugierde, Lernkompetenz, Medienkompetenz und informatische Grundlagen sowie Kompetenzen für das 21. Jahrhundert)


Bildnachweis: Benno Kraehahn

Investitionsoffensive des Bundes auf den Weg bringen

Dass #digitaleBildung endlich Einzug an unseren Bildungseinrichtungen halten muss – diese Einsicht hat sich mittlerweile in der Politik über alle Fraktionen und Ebenen hinweg durchgesetzt. Folgerichtig haben wir in der vergangenen Legislaturperiode mit Beschlüssen des Bundestags und der Regierung ebenso wie mit der umfassenden Strategie der Kultusministerkonferenz die inhaltlichen Eckpunkte erarbeitet. Es ist jetzt die Pflicht einer verantwortlich handelnden Bundesregierung, die dafür dringend benötigte Investitionsoffensive des Bundes auf den Weg zu bringen. Weil der von Bundesministerin Wanka angekündigte Digitalpakt zwar schon verhandelt, aber im Bundeshaushalt noch nicht vorgesehen ist, liegen viele Bemühungen für #digitaleBildung der Länder und Einrichtungsträger jetzt erst mal auf Eis. Der Bund muss diese Fäden schnellstmöglich aufgreifen und mit den Ländern vereinbaren, wie mit der finanziellen Unterstützung des Bundes die #digitaleBildung endlich ins Laufen kommt.

Offene Plattform

Wichtige Grundlagen für den digitalen Wandel in der Bildung sind die freie Verfügbarkeit von Lehr- und Lerninhalten und didaktischen Konzepten sowie die Vernetzung und der Austausch von Lernenden und Lehrenden darüber. Ich wünsche mir dafür eine offene Plattform. Diese sollte von Bildungseinrichtungen ebenso wie von frei Lernenden genutzt werden können und gleichzeitig die hohen datenschutzrechtlichen Standards der europäischen Datenschutz-Grundverordnung wahren. Letzteres sollte eine solche offene Plattform über Schnittstellen und Standards auch für die Einbindung und Vernetzung bestehender und neuer Cloud- und Plattformlösungen und Lehr- und Lernangebote sicherstellen.

Gesamte Bildungskette in den Blick nehmen

Der digitale Wandel ist aber nicht ausschließlich eine Frage der technischen Ausstattung. Neben einer funktionierenden IT-Infrastruktur müssen mediendidaktische Kompetenzen jetzt endlich verbindlich und wirksam in die Ausbildung des pädagogischen Personals verankert werden. Die Bildungseinrichtungen benötigen außerdem Freiräume und fachliche Unterstützung, um den digitalen Wandel auch als Aufgabe der Entwicklung von Organisation und Personal zu bewältigen. Am meisten brauchen die Lehrkräfte für ihren Mut zum Einsatz digitaler Medien im Unterricht aber vor Ort kompetente Beratung und Unterstützung. Unsere Medienzentren vor Ort müssen zu Kompetenzzentren für #digitaleBildung entwickelt werden.

Letztlich müssen wir unsere Bemühungen für #digitaleBildung auf die gesamte Bildungskette ausweiten und dabei auch die Institutionen der außerschulischen Jugendbildung und die Erwachsenenbildung in ihrer wichtigen Rolle für Teilhabe und Souveränität im digitalen Wandel wahrnehmen und unterstützen.

*Erläuterungen der Blog-Redaktion sind kursiv gesetzt.

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