Digitale Zukunft@brandenburg

Am vergangenen Freitag, 8. September 2017, fand in Potsdam das vom Tagesspiegel und den Potsdamer Neuesten Nachrichten organisierte Fachforum „Digitale Zukunft@brandenburg“ mit dem Ministerpräsidenten des Landes, Dr. Dietmar Woidke, statt.

Neben Digital-Impulsen aus der Wirtschaft (Till Meyer, Clustermanager, Wirtschaftsförderung Brandenburg), der Wissenschaft (Prof. Dr. Jochen Scheeg, Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik, Technische Hochschule Brandenburg) und dem Kompetenzzentrum (Prof. Dr. Katharina Hölzle, Lehrstuhl für Innovationsmanagement und Entrepreneurship, Universität Potsdam) gab das Hasso-Plattner-Institut den Impuls zur Bildung. Anhand der Schul-Cloud zeigten wir wie eine zukunftssichere IT-Infrastruktur, ein bedarfsgerechter Zugang zu innovativen Bildungsinhalten und eine digitale Vernetzung sowohl verschiedener Lernorte als auch formalen, non-formalen und informellen Lernens aussehen kann.


Quelle: Blauart|R. Blauert

„Die Technikzentrierung der Digitalisierung muss überwunden werden“

Im anschließenden Panel diskutierten Dr. Carsten Kampe (Brandenburger Fachkräftemonitoring, Wirtschaftsförderung Brandenburg), Tilo Jänsch (Geschäftsführer, Handwerkskammer Potsdam), Björn Fromm (Präsident, Handelsverband Berlin Brandenburg), Lutz Mache (Public Policy and Government Relations Senior Analyst, Google) und Wolfgang Spieß (Geschäftsführer, Geschäftsbereich Bildung, IHK Potsdam) mit mehr als 200 Gästen inwiefern sich Bildungsangebote an die Anforderungen einer digitalen Welt anpassen müssen.

Neue Lehr- und Lernkonzepte entstehen

IT wird zum Motor eines selbstbestimmten Lernens [1]. Um die Chancen sowie Potenziale innovativer Möglichkeiten auszutesten, müssen Medientechnologien als Unterrichtsgegenstände in die schulischen Prozesse aufgenommen, bestehende Strukturen konstruktiv überdacht [2] und Bildung jenseits von Bundeslandgrenzen betrachtet werden.
Die digitale Mündigkeit, Aneignung von Medienpraktiken [3] und der Ausbau informationsbezogener Kompetenzen stellen zentrale Voraussetzungen für Partizipation und Mitgestaltung dar. Schüler/innen sollen bewusst und aktiv in die Prozesse der Produktion von Wissen einbezogen werden [2]. Durch einen produktiven Einsatz von Internet und digitalen Medien kann die autoritär organisierte Wissenspolitik überwunden werden [4]. Das pädagogische Personal fungiert zunehmend als eine Art Katalysator, der Wissen über Medien bewusst macht, zusammenführt und theoretisch einbettet [5].
Über Videos und das Steuern mithilfe von Berührung werden die sinnlichen Dimensionen der Wissensvermittlung erweitert. Die Ansprache mehrerer Sinneskanäle führt zu steigender Involvierung seitens der Nutzer/innen; die instinkthafte Mediennutzung ist für viele besonders attraktiv, da sie auch mit Freizeit, Freiwilligkeit und Unabhängigkeit verbunden wird [3].

[1] Schelhowe, Heidi (2008): Digitale Medien als kulturelle Medien zum Begreifen wesentlicher Konzepte der Gegenwart. In: Fromme, Johannes/Sesink, Werner (Hg.): Pädagogische Medientheorie, Wiesbaden: 95-113.

[2] Stewen, Christian (2015): Medienkulturwissenschaftliche Anmerkungen zur Medienpädagogik in Zeiten digitaler Netzkulturen. In: Hagener, Malte/Hediger, Vinzenz (Hg.): Medienkultur und Bildung. Ästhetische Erziehung im Zeitalter digitaler Netzwerke, Frankfurt/New York: Campus Verlag.

[3] Missomelius, Petra/Stützl, Wolfgang/Hug, Theo/Grell, Petra/Kammerl, Rudolf (Hg.) (2014): Medien - Wissen - Bildung: Freie Bildungsmedien und Digitale Archive, Innsbruck.

[4] Buckingham, David (2015): Brauchen wir wirklich eine Medienbildung 2.0? Medien unterrichten im Zeitalter einer Kultur der Teilhabe. In: Hagener, Malte/Hediger, Vinzenz (Hg.): Medienkultur und Bildung. Ästhetische Erziehung im Zeitalter digitaler Netzwerke, Frankfurt/New York: Campus Verlag.

[5] Hediger, Vinzenz (2011): Der Traum vom medienfreien Kind. Bildung unter Medienbedingungen. In: Sommer, Gudrun/Hediger, Vinzenz/Fahle, Oliver (Hg.): Orte filmischen Wissens. Filmkultur und Filmvermittlung im Zeitalter digitaler Netzwerke, Marburg: 61-89.

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