Einblicke in die Praxis der Pilotschulen: Leininger-Gymnasium Grünstadt

Einstiege erleichtern

Am 18.12.2017 sind Lehrerinnen und Lehrer sowie ein Oberstufenkurs aus dem Kreis der MINT-EC-Pilotschulen am Hasso-Plattner-Institut zum Tagesworkshop „Design Thinking“ zusammengekommen. Dabei sind neben Rückmeldungen aus der Praxis neue Ideen für einen erleichterten Zugang zur Schul-Cloud entstanden.

Foto: Leininger-Gymnasium Grünstadt

Unser Gesprächspartner Peter Graff gehört zur erweiterten Schulleitung und unterrichtet die Fächer Erdkunde und Biologie am Leininger-Gymnasium in Grünstadt. Das allgemeinbildende Gymnasium (seit 1752) geht ursprünglich auf die Höninger Klosterlateinschule zurück und gilt als eine der ältesten Schulen Deutschlands und als eines der ältesten Gymnasien von Rheinland-Pfalz.

Herr Graff, wie nutzen Sie digitale Lernsysteme an Ihrer Schule?

Wir verfügen über einen Klassensatz von 16 iPads, die wir an die Schülerinnen und Schüler ausleihen. Das W-LAN und die entsprechenden Access Points werden weiter ausgebaut, auf eine flächendeckende Verfügbarkeit von 100 MBit im gesamten Gebäude. Wir denken derzeit an ein Ticket- oder Vouchersystem für die W-LAN Nutzung. Angedacht ist ein Zwei-Stunden-Modell für die W-LAN Nutzung, zur Nutzung im Unterricht. Aber was passiert, wenn sich dann alle digitalen Endgeräte der Schüler* gleichzeitig aktualisieren? Im Moment sind wir eine Handvoll Kollegen, die den Einsatz der Schul-Cloud testen und vorantreiben.
Zurzeit kümmere ich mich an unserer Schule um die gesamte Systemadministration. Ich bekomme dafür Plusstunden, die mich von der eigentlichen Unterrichtstätigkeit etwas entlasten, aber die fangen natürlich nicht den Umfang der damit verbundenen Tätigkeiten auf.

Wie setzen Sie die Schul-Cloud ein?

Ich sehe große Möglichkeiten in der Zukunft, was die Einbindung von verschiedenen Materialien angeht und die Nutzung als interaktive Lernplattform. Das ist weit mehr als eine Datenbank oder eine Plattform wie moodle.
Im Moment habe ich ein Nebeneinander von digitalen und analogen Quellen, einige von meinen Bestandsmaterialien könnten in Zukunft noch digitalisiert werden. Die Tatsache, dass ich seit vielen Jahren vorhandene Materialien digitalisiere, heißt übrigens nicht zwingend, dass ich sie an jüngere Kollegen weiterreiche. Auch aus rechtlichen Gründen sehe ich einen Materialpool, in welchen jeder beteiligte Kollege sein Material online stellt, kritisch.
Derzeit finde ich den Zugriff auf die für die jeweiligen Fächer passenden Inhalte ein großes Thema, auf das wir unser Augenmerk richten müssen. Es sind bereits viele Inhalte in die Schul-Cloud eingebunden, allerdings liegen diese auf einer Ebene. So ist es auf den ersten Blick nicht erkennbar, für welches Fach oder welche Jahrgangsstufe die Inhalte einsetzbar sind. Das HPI arbeitet hier an Filtermöglichkeiten, wodurch die Suche strukturiert wird und wir das schneller finden, was wir im Moment suchen. Dieser intuitive Nutzungszugang ist zentral!

Die App als Ausgangspunkt

Aus meiner Sicht müssen wir diejenigen, die dem digitalen Transformationsprozess kritisch bzw. zögerlich gegenüberstehen, durch gut durchdachte Apps an die Hand nehmen. Ich öffne die App der Schul-Cloud und bekomme übersichtliche Auswahlmöglichkeiten, die mich schnell und ohne Anstrengung auf interessante inhaltliche Angebote aufmerksam machen. So kann der Einstieg erleichtert werden und ich kann die Kollegen, die noch nicht überzeugt sind oder andere Schwerpunkte setzen, mit ins Boot holen.

*Ein sprachlicher Hinweis der Redaktion: Es sind stets Personen männlichen und weiblichen Geschlechts gleichermaßen gemeint; aus Gründen der einfacheren Lesbarkeit wird im Folgenden nur die männliche Form verwendet.

Das Interview (vor Ort und anschließend per Mail) führte Caroline Meynen, freie Journalistin.
Bildnachweis Blog-Foto: HPI/K. Herschelmann

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